Mobile Marketing

Kundenbindung und -akquise im Smartphone-Zeitalter

Man braucht keine Statistiken zu wälzen, um zu erkennen, welche Relevanz das allgegenwärtige Smartphone in den verschiedensten Lebensbereichen besitzt. Alles was man tun muss, ist den Blick auf sich selbst und die nähere Umgebung zu richten: Wir alle unterhalten und informieren uns mittlerweile vor allem über unser Smartphone oder Tablet – und das an jedem Ort, an dem wir uns gerade befinden. Sogar Haushaltsgeräte steuern wir dank Smart-Home-Technologie mit mobilen Endgeräten. Bei so viel Handynutzung im Alltag, ist das Smartphone die ideale Werbefläche für Unternehmen. Das Zauberwort lautet: Mobile Marketing. Aber wie funktioniert dieser Marketing-Trend und worauf muss man achten?

Mobile Marketing: eine Definition

Beim Mobile Marketing besteht das Ziel darin, Werbebotschaften über mobile Endgeräte zu verbreiten und die Kundenbindung z. B. über Apps zu stärken. Mobile Marketing beginnt demnach bei der responsiv gestalteten, für mobile Endgeräte optimierten Website. Ferner umfasst diese Onlinemarketing-Disziplin das Bewerben eigener Inhalte über mobile SEO-Maßnahmen, Messenger-Marketing und spezielle Anwendungen für Apple iOS- und Android-Geräte.

Disziplinen & Aspekte im mobilen Marketing

Mobiles Marketing ist so umfassend, dass man es optimalerweise in einzelne Bereiche gliedert, um sich der Thematik zu nähern. Bei der strategischen Ausrichtung mobiler Kampagnen werden diese einzelnen Bereiche jedoch sinnvoll miteinander verknüpft. Nur so lässt sich das gesamte Potential ausschöpfen.

Mobile(r) Website / Onlineshop

Informative oder unterhaltende Inhalte werden vor allem zwischendurch konsumiert. Der Laptop oder Desktop-PC muss dank Smartphone und Tablet nicht mehr extra angeworfen werden, um über Google nach Produkten oder Dienstleistungen zu suchen – oder diese zu kaufen / buchen. Damit der Eindruck stimmt und der Nutzer entsprechende Handlungen schnell und unkompliziert durchführen kann, sollten jegliche Inhalte für mobile Endgeräte optimiert sein.

Mobile SEO

Anknüpfend an die mobile Webseite bzw. den für mobile Endgeräte optimierten Onlineshop, umfasst die mobile Suchmaschinenoptimierung eine Reihe von Maßnahmen, die sich von der SEO für den Desktop-Index von Google unterscheiden. Neben einem angepassten Design lohnt es sich beispielsweise, Keywords speziell für mobile Seiten zu recherchieren. Auch Local SEO spielt im Zusammenhang mit mobiler Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Rolle (für lokal tätige Unternehmen).

Apps

Mobile Apps für Unternehmen sind auf verschiedenen Ebenen einsetzbar. Die Anwendungen für Smartphones und Tablets können beispielsweise als Schnittstelle zum (mobilen) Onlineshop dienen. Auch die Kundenbindung lässt sich über Apps stärken, sofern die Anwendung interaktive Bereiche beinhaltet.

Push-Nachrichten

Sobald eine App auf einem Smartphone des (potentiellen) Kunden installiert ist, kann man diesen jederzeit mit einer Push-Benachrichtigung (re)aktivieren – auf die eigenständige Interaktion des Kunden mit der App muss man nicht warten. Selbst wenn die Anwendung geschlossen ist, erscheinen entsprechende Informationen / Werbebotschaften direkt auf dem Smartphone- oder Tablet-Display des Users.

WhatsApp- / Messenger-Marketing

Eine ARD / ZDF-Onlinestudie spricht von knapp 46 Millionen wöchentlichen und 42 Millionen täglichen aktiven WhatsApp-Nutzern in Deutschland. Mittels verschiedener WhatsApp-Marketing-Tools kann man ohne Umwege mit seiner Zielgruppe chatten, Werbebotschaften versenden und auf neue Produkte, Inhalte, Angebote oder Dienstleistungen aufmerksam machen. Ebenso können Telegram, der Insta- sowie der Facebook-Messenger als Marketing-Plattform genutzt werden.

SMS- / MMS-Marketing

Ähnlich wie bei WhatsApp und Co lassen sich Kunden via SMS oder MMS ohne Umwege erreichen. Wichtig: Der Besitzer des Smartphones muss explizit zugestimmt haben, dass Werbebotschaften als SMS oder MMS an ihn versendet werden dürfen. Weil die SMS in Zeiten von kostenlosen Messengern immer seltener wird, schenken User SMS-Werbebotschaften in der Regel besondere Beachtung.

Location-based Services (LBS)

Indem der Standort einer “Zielperson” erfasst wird, können Marketinginhalte gezielter und somit effektiver über eine App oder mobile Webseite übermittelt werden. Location-based Services (z. Dt. “standortbezogene Dienste”) sind demnach ein wichtiger Aspekt bei der mobilen SEO für lokale Unternehmen.

QR-Codes

Über QR-Codes lassen sich u. a. mobile Coupons zur Verkaufsförderung in stationären Geschäften (Gastronomie, Einzelhandel etc.) einsetzen. Außerdem eignen sich QR-Codes dazu, (potentielle) Kunden auf mobile Online-Inhalte weiterzuleiten. Dort kann dann weiterführendes Mobile-Marketing betrieben werden, um eine gezielte Interaktion mit einem Produkt oder einer Dienstleistung zu generieren.

Social-Media-Marketing

Social-Media-Plattformen werden vor allem auf mobilen Endgeräten genutzt – das beste Beispiel dafür ist Instagram. Dementsprechend sind individuell aufbereitete Inhalte für Facebook, Twitter und Instagram ein wichtiger Teilaspekt jeder erfolgreichen Mobile-Marketing-Strategie.

Beispiel einer Mobile-Marketing-Kampagne

Nehmen wir als Beispiel einen Automobilkonzern, der ein neues Modell auf den Markt bringt und verschiedene Aspekte des mobilen Marketings geschickt miteinander verknüpft:

1. Über Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram werden visuelle Inhalte (Fotos, Videos) des neuen Fahrzeugs an die Zielgruppe übermittelt. Das Produkt wird also im Bewusstsein des potentiellen Kunden verankert.

2. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf eine mobile App, über die der Wagen konfiguriert werden kann. Die gespeicherte Konfiguration des Wunschfahrzeugs kann nachher im stationären Autohaus vom Verkaufsberater ausgewertet werden.

3. Das Vereinbaren einer Probefahrt beim nächsten Vertragshändler kann als Location-based Service dank standortbezogener Daten schnell realisiert werden.

4. Zudem setzt der Hersteller auf QR-Codes an Messeständen, um Infos als digitalen Content (z. B. in Form einer mobilen Landingpage) bereitzustellen. Ebenso lässt sich die Reichweite der eigenen Social-Media-Kanäle auf diese Weise erhöhen.

Vorteile mobiler Kampagnen

Zahlen von Statista zufolge nutzten im Jahr 2018 alleine in Deutschland 57 Millionen Menschen ein Smartphone. Der größte Vorteil mobiler Kampagnen ist demzufolge die Reichweite in Kombination mit einem perfekten Targeting. Während Werbeplakate und TV-Spots eine große Streuung besitzen und nicht von jeder Person beachtet werden, treffen mobile Kampagnen fast immer ins Schwarze. Darüber hinaus kann die Kommunikation beidseitig erfolgen. Ein stetiges Feedback ohne Umwege erlaubt es Unternehmen, das eigene Marketing bei Bedarf schnell anzupassen.

Vorteile auf einen Blick:

  • hohe Reichweite
  • exaktes Targeting
  • ständiger Austausch mit Kunden
  • dauerhafte Kundenbindung
  • Verknüpfung von Online- / Offline-Marketing

Mobile Marketing Kritik

Vor allem was den Datenschutz betrifft, hagelt es beim Mobile Marketing regelmäßig Kritik. Denn ein perfektes Targeting ist nur dann möglich, wenn so viele Nutzerdaten wie möglich gesammelt werden. Unternehmen sollten bei der Umsetzung mobiler Apps, Webseiten und anderer mobiler Werbemaßnahmen penibelst auf die aktuellen Datenschutzbestimmungen (DSGVO) achten. Neben der Datenschutzproblematik kann eine direkte Kommunikation Kunden auch abschrecken und so das Gegenteil der eigentlichen Zielsetzung im Mobile Marketing bewirken. Bei etwaigen Kampagnen ist somit das richtige Maß und Ziel gefragt. Nur so lässt sich die eigene Botschaft effektiv über verschiedene Kanäle verbreiten und nachhaltige Interaktion generieren.

Gefahren beim Mobile Marketing auf einen Blick:

  • Ablehnung bei zu hoher Werbefrequenz
  • Stolpersteine beim Datenschutz
  • Bewertung als Spam

Bluetooth-Marketing trotz Einstellung der Google Nearby Notifications im Trend

Bluetooth Marketing (auch Proximity-Marketing) ist einer der interessantesten Mobile Marketing Trends der letzten Jahre. Zwar hat Google die Android-Funktion „Nearby Notifications“ vorerst eingestellt, doch nach wie vor gibt es für stationäre Unternehmen und Einrichtung die Möglichkeit, Passanten bzw. Besucher Direktnachrichten aufs Smartphone zu senden.

Dabei kommen Bluetooth-Sender (sogenannte Beacons) zum Einsatz, die eine Verbindung zum Smartphone von Personen herstellen, die sich im näheren Umkreis befinden. Ist die Bluetooth-Funktion auf dem Smartphone der Zielperson aktiviert, können gezielt Informationen an den Kunden oder Besucher eines Geschäfts oder einer Einrichtung übermittelt werden. So lassen sich spezielle Angebote kommunizieren oder Kunden dazu animieren, eine Online-Bewertung zu hinterlegen.

Tipp: Nach der Einstellung des Google Nearby Dienstes können Firmen entsprechende Funktionen in eine App integrieren. Beim Nutzungsumfang von Bluetooth-Marketing ist jedoch Vorsicht geboten, denn User bewerten eine unaufgeforderte Kontaktaufnahme schnell als Spam.

 

Tipps für die eigene Mobile-Marketing-Strategie

Wer effektives Mobile-Marketing betreiben möchte, sollte sein Augenmerk vor allem auf folgende vier Aspekte richten:

1. Das richtige Mobile-Marketing-Tool

Eine spezielle und bis ins kleinste Detail individuell programmierte App kann ganz schön ins Geld gehen. Den eigenen Social-Media-Kanälen etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die eigene Webseite für Mobilgeräte zu optimieren, kann kurzfristig einen größeren Effekt bei geringerem Investitionsvolumen haben.

2. Disziplinen verbinden

Besonders effektiv sind Kampagnen, die verschiedene Aspekte des mobilen Marketings miteinander verknüpfen. Eine mobile Landingpage alleine bringt schließlich nichts, wenn diese nicht nachhaltig mit anderen Tools und Strategien beworben wird.

3. Maß und Ziel im Mobile-Marketing

Zwar sind wir es gewohnt, mit Informationen bombardiert zu werden, doch besonders viel Aufmerksamkeit schenken wir “Spam” nicht. Wählt man sorgfältig aus, wann und in welcher Form Nutzer über mobile Endgeräte angesprochen werden sollen, vermeidet man, in der Masse unterzugehen.

4. Datenschutz

Datenschutz ist einer der häufigsten Kritikpunkte im Onlinemarketing. Wer seinen Nutzern vermittelt, dass die Daten nicht missbraucht werden, darf sich über hohe Interaktionsraten bei Mobile-Marketing-Kampagnen freuen und ist auch rechtlich stets auf der sicheren Seite.